28 Dezember 2014
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Medizinstudium in Deutschland

Viele von unseren deutschen Nachbarn hat es in den letzten Jahren zum Medizinstudium nach Österreich gezogen. In den Medien werden sie oft pauschal als Numerus Clausus-Flüchtlinge abgestempelt.

Doch wie schaut die Zulassung zum Medizinstudium in Deutschland konkret aus? Und inwiefern unterscheidet sich der Aufbau des Studiums zu jenem in Österreich? Wir klären auf:

#Zulassungsbestimmungen

Die Zulassung zum Studium der Human- und Zahnmedizin wird in Deutschland zunächst über den Numerus Clausus geregelt. Der Numerus Clausus errechnet sich jedes Jahr aufs Neue aus dem Abiturnotendurchschnitt, wobei jedes Bundesland gesondert seine Werte errechnet. Somit ist die Stärke der Konkurrenz der entscheidende Faktor, so wie auch beim MedAT.

Abgesehen vom Notendurchschnitt sind auch noch die sogenannten Wartesemester entscheidend. Mit Wartesemester ist jene Zeit gemeint, die man schon auf einen Studienplatz wartet. D.h. man hat sich im Jahr x beworben, wurde aber nicht genommen und wartet jetzt bis ins Jahr y in der Hoffnung einen Studienplatz zu bekommen. Dabei steigt man jedes Jahr in der Reihung nach oben. Die Wartezeit nutzen viele für eine Ausbildung zum Krankenpfleger bzw. Sanitäter.
Bis zu 16 Wartesemester sind möglich. Mit einem Abiturschnitt von über 2,6 wird man aber vielleicht selbst nach diesen 16 Semestern noch keinen Platz bekommen. Doch es gibt noch eine letzte Möglichkeit, seine Chancen auf einen Studienplatz zu verbessern und zwar mit dem TMS, dem Test für Medizinische Studiengänge.

Der TMS kann mit dem MedAT nicht gleichgesetzt werden, denn der TMS muss von den Studienbewerbern/innen nicht absolviert werden bzw. wird bei der Zulassung nicht von allen Hochschulen in Deutschland berücksichtigt. Der TMS kann prinzipiell nur einmal absolviert werden und dient dazu seine Chancen auf eine Zulassung zu erhöhen, vor allem dann, wenn die Abiturnoten nicht gut genug sind.

Ein gutes TMS-Ergebnis bringt einem im Ranking gegenüber den Mitbewerbern/innen nach oben. Die Teilnahme kostet 73 Euro. Der TMS prüft u.a. die kognitiven Fähigkeiten, das Textverständnis und das medizinisch-naturwissenschaftliche Grundverständnis der Teilnehmer/innen, ist also kein Wissenstest.

#Aufbau des Studiums

Der Aufbau des Medizinstudiums in Deutschland ist jenem in Österreich sehr ähnlich. Es gliedert sich in zwei Abschnitte: die Vorklinik, die 2 Jahre dauert, und die Klinik, die 4 Jahre dauert. Sehr viel Wert wird in Deutschland auf praktische Erfahrungen gelegt. In der Vorklinik steht aber zunächst das Studium der naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer im Mittelpunkt. Zum Abschluss der Vorklinik ist das erfolgreiche Bestehen des Physikums, dem ersten Teil der Ärztlichen Prüfung, erforderlich. In der Klinik geht es dann mehr um die Praxis, also um die Krankheiten und Patienten/innen. Im letzten Studienjahr der Klinik wird ähnlich wie in Österreich ein praktisches Jahr absolviert, ebenso müssen im Zuge des Studiums Pflichtfamulaturen abgeleistet werden. Das Studium wir mit dem Staatsexamen, dem zweiten Teil der Ärztlichen Prüfung, zu den Inhalten des ganzen Studiums abgeschlossen. Am Ende wartet also noch einmal eine richtig große Prüfung.

Bilder:
© Depositphotos.com/@ @ CandyBoxImages

Links:
http://www.hochschulstart.de — Vergabe von Studienplätzen (ZVS)

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